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Existenzgründer schildern ihre Erfahrungen
Zwei Waldkirchner unter 29 Jungunternehmern aus Bayern - Keine Probleme im IGZ - Kaum CNC-Facharbeiter

PNP vom Dienstag, 1. Februar 2000 - Lokalteil Waldkirchen

Gespräch mit Wirtschaftsminister Otto Wiesheu

Existenzgründer schildern ihre Erfahrungen

Zwei Waldkirchner unter 29 Jungunternehmern aus Bayern - Keine Probleme
im IGZ - Kaum CNC-Facharbeiter

Von Barbara Haubner

Waldkirchen. Mit welchen Schwierigkeiten haben Jungunternehmer zu kämpfen, die sich in einem der 22 bayerischen Gründerzentren niedergelassen haben? Um sich ein Bild zu machen, hat Wirtschaftsminister Otto Wiesheu
29 Firmenvertreter zu einem Gespräch ins Staatsministerium eingeladen. Aus Waldkirchen waren Gerald Haderer und
Konrad Stockbauer von der Firma GerKon mit dabei.

Konrad Stockbauer und Gerald Haderer gehören zu den ersten Existenzgründern, die sich im März 1998 im IGZ Waldkirchen angesiedelt haben. Zu dem Gespräch mit Wirtschaftsminister Otto Wiesheu wurden sie eingeladen, weil sie das Mittelstands-Kreditprogramm in Anspruch nehmen - denn eines der Gesprächsthemen war, wie die bayerischen Förderprogramme von den Jungunternehmern genutzt werden.
"Jede Firma konnte ihre Wehwehchen und Schwierigkeiten vortragen. Aber auch Positives", erzählt Konrad Stockbauer. Während die anderen Vertreter aus den bayerischen Gründerzentren über Schwierigkeiten mit den Geschäftsführern und mangelhafte technische Ausstattung klagten, konnten Konrad Stockbauer und Gerald Haderer dem Wirtschaftsminister nur Gutes über das IGZ Waldkirchen berichten: "Hier steht der Geschäftsführer Otto Huml hinter uns Gründern, die wirtschaftliche und steuerliche Beratung ist optimal und auch die Zusammenarbeit mit den anderen Firmen im Gründerzentrum klappt." Dass das nicht selbstverständlich ist, zeigten die Beispiele der anderen. Manche hatten keine Sekretärin, keine Faxgeräte, zu wenig Steckdosen oder keine Telefonanlage - alles Dinge, die in Waldkirchen selbstverständlich sind.
Schwierigkeiten mit den Banken stellte sich als größtes Problem der Existenzgründer heraus: Die Jungunternehmer berichteten, dass die Geldinstitute keine Kredite gewährt und sie schlecht beraten hätten. Vielfach hätten die Firmengründer gar nicht erfahren, welche Fördermittel sie ausschöpfen könnten. Auch hier konnte die Firma GerKon nichts negatives berichten: "Bei uns hat alles reibungslos geklappt." Damit die Jungunternehmer bei Finanzierungsproblemen künftig nicht mehr im Regen stehen, sagte Wirtschaftsminister Wiesheu mehr Informationsveranstaltungen zu. Die Existenzgründer sollen sich an die LfA-Förderbank Bayern wenden, die sie bei den Verhandlungen mit den Hausbanken unterstützt. Doch trotz der Probleme wurde bei dem Gespräch der grundsätzliche Erfolg der Gründerzentren deutlich: Alle teilnehmenden Firmen befinden sich in der Ausbauphase und schaffen Arbeitsplätze.
Ein Anliegen hatten die Geschäftsführer von GerKon dennoch dem Wirtschaftsminister vorzubringen: Die Firma hat große Schwierigkeiten, Facharbeiter zu finden. "In der Region ist die Facharbeiter-Situation für CNC- Zerspanung sehr schlecht. Der Markt ist völlig leergefegt", klagt Konrad Stockbauer. Wiesheu hat zugesichert, dass er sich um eine Verbesserung der Ausbildungssituation kümmern wird. Zum Beispiel sollen entsprechende Kurse im Raum Passau oder Freyung- Grafenau angeboten und staatlich mehr gefördert werden. Doch dieser Vorschlag geht Konrad Stockbauer nicht weit genug. Er wünscht sich, dass den Schulabgängern nicht nur Büro- sondern auch handwerkliche Berufe "schmackhaft" gemacht werden. Die IHK und die Handwerkskammer würden zwar Kurse im CNC-Bereich anbieten, die könnten aber wegen zu wenig Teilnehmern nicht stattfinden.
Ein weiteres Ergebnis des Gesprächs: Die 22 Gründerzentren in Bayern wollen sich vernetzen, damit sie im Internet ihre Erfahrungen austauschen können. Außerdem hat das Wirtschaftsministerium eine Broschüre vorgestellt, die Bebauungsflächen in Bayern ausweist. Dort könnten sich die Existenzgründer ansiedeln, wenn sie die Gründerzentren verlassen müssen. Auch Konrad Stockbauer und Gerald Haderer schauen sich schon um, obwohl sie noch drei Jahre im IGZ Waldkirchen bleiben können. "Leider ist der Baugrund viel zu teuer für Existenzgründer", sagt Konrad Stockbauer. Auch dieses Thema wurde beim Gespräch mit dem Wirtschaftsminister angesprochen - allerdings ohne Ergebnis: Wiesheu forderte die Kommunen auf, hier eine Lösung zu finden.
Trotzdem ist das Gespräch für Konrad Stockbauer sinnvoll gewesen: "Wir konnten die anderen Unternehmen und ihre Probleme kennenlernen." Und: "Der Wirtschaftsminister hatte für alle ein offenes Ohr. Er setzt sich sehr für die Gründer ein."






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