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Lehrgeld gezahlt und trotzdem Kohle
Zwei Unternehmer und Rosemarie Grünberger vom IGZ erzählen von typischen Anfängerfehlern eines Existenzgründers

PNP vom Samstag, 27. April 2002 - Lokalteil Waldkirchen

Lehrgeld gezahlt und trotzdem Kohle gemacht

Zwei Unternehmer und Rosemarie Grünberger vom IGZ erzählen von typischen Anfängerfehlern eines Existenzgründers

Von Hans-Peter Hoeren

Waldkirchen.Die Teilnehmer der Unternehmerschule, die das Hans Lindner Institut in Zusammenarbeit mit dem IGZ Waldkirchen anbietet, wollen bald im eigenen Chefsessel sitzen. Doch für die meisten ist es ein Sprung ins kalte Wasser. Die Unternehmer Herbert Fürst und Manfred Freund sowie Rosemarie Grünberger vom IGZ berichten von den klassischen Irrtümern eines Existenzgründers.

"Jungunternehmer unterschätzen den kaufmännischen Verwaltungskram völlig. Viele handeln nach dem Motto: Ich habe eine gute Idee und der Rest läuft dann schon", weiß Rosemarie Grünberger. Sie ist im IGZ für die kaufmännische Verwaltung zuständig.
Das heißt: Sie übernimmt die verwaltungstechnischen Aufgaben von der Ablage, der Buchhaltung, dem Schreiben von Rechnungen bis hin zur Überwachung der Zahlungseingänge. Auch für den Telefondienst der IGZ-Unternehmer ist sie zuständig. "Die meisten Fehler unterlaufen Existenzgründern im Bereich des Zahlungsverkehrs", berichtet Rosemarie Grünberger. Deshalb sei es wichtig, dass Rechnungen pünktlich geschrieben würden und der termingerechte Zahlungseingang genauestens überwacht werde. Auch das fristgerechte Mahnen sei von großer Bedeutung.
Rosemarie Grünberger nennt zwei weitere klassische Problemfelder für Jungunternehmer. "Viele Existenzgründer ~~~en zu wenig Wert auf eine gute Außenwirkung ihres Unternehmens in Form eines professionellen Telefonauftritts oder eines gut gestalteten Briefpapiers." Auch der hohe Verwaltungsaufwand, den die Einstellung von Mitarbeitern nach sich ziehe sei vielen nicht bewusst.
"Ohne Frau Grünberger und ihre Mitarbeiterin hätte ich es wohl kaum geschafft. Sie haben den kaufmännischen Teil für mich gemanagt, so dass ich mich ganz um meinen Betrieb kümmern konnte", sagt Herbert Fürst. Der 38- jährige Grafenauer hat sich im Mai 1999 im IGZ niedergelassen. Sein Betrieb ist auf die Oberflächenveredelung von Metallteilen mit einem speziellen Polyesterpulver spezialisiert.
Mittlerweile arbeiten dort neun fest angestellte Arbeitskräfte im Zwei-Schicht-Betrieb. In diesem Jahr plant Fürst den Umzug in das Gewerbegebiet Manzing. 1,35 Millionen Euro will er dann in eine neue Pulverbeschichtungsanlage investieren.
Auch wenn sein Unternehmen heute sehr gut da steht, kann sich Fürst noch an Phasen erinnern, in denen er Lehrgeld zahlen musste. "Wenn man mit dem Geschäft anfängt, ist man noch sehr weich. Gerade wenn Kunden sich bei Fehl- oder Nachkalkulationen beschwert haben, habe ich oft zu schnell nachgegeben."
Das tägliche Geschäft habe ihn aber gelehrt, härter und sicherer bei Verhandlungen und Präsentationen aufzutreten. Auch beim Materialeinkauf hätte er in der Anfangszeit einige Mark sparen können. "Mittlerweile nehme ich mir Zeit und hole mehrere Angebote ein. Da sind dann Einsparungen von 30 bis 40 Prozent drin."
Für den Maschinenbautechniker Manfred Freund war die Hilfe durch Rosemarie Grünberger ausschlaggebend dafür, den Sprung in die Selbstständigkeit zu wagen. Im vergangenen Herbst ist er ins IGZ eingezogen. Das Unternehmen des 32-Jährigen aus dem Dorf Hauzenberg ist auf Industriemontagen spezialisiert. Zusammen mit sieben Mitarbeitern montiert Freund als Sub-Unternehmer Stahlbauten in ganz Deutschland. Wie sein Unternehmerkol~~~e Herbert Fürst kann sich auch Manfred Freund noch gut an seine Anfängerfehler erinnern. "Ich kann nur jedem raten, das Geschäftsrisiko überschaubar zu halten. Es bringt nichts, sich an einen großen Auftraggeber zu klammern und sich abhängig zu machen. Bei der heutigen schlechten Zahlungsmoral, gerade auf dem Bau, kann das ein schnelles Aus für das Unternehmen bedeuten", sagt Freund. Stattdessen rät er jedem Anfänger auf einen möglichst breit gefächerten Kundenstamm zu achten.
Der vierte Teil der Unternehmerschule findet am Dienstag zwischen 18.30 und 21 Uhr im Waldkirchner Bürgerhaus statt. Das Thema: "Fördermöglichkeiten für Existenzgründer".






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